Selbstständigkeit: Vor- und Nachteile

In diesem Beitrag möchte ich mal auf die Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit eingehen. Gerade wenn man vor der Entscheidung steht, sich beruflich selbstständig zu machen, stellt man sich die Frage, ob man diesen Schritt überhaupt wagen soll.

Hier siehst du die Vor- und Nachteile schonmal in einer Tabelle zusammengefasst:

Schauen wir uns die Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit aber mal etwas genauer an. Beginnen wir mit den Vorteilen.

Vorteile der Selbstständigkeit

Was spricht dafür sich selbstständig zu machen?

Freie Zeiteinteilung

Du kannst deine Arbeitszeit größtenteils selbst einteilen. Natürlich gibt es Situationen, wo auch du dich zeitlich an andere orientieren musst (Geschäftszeiten anderer Unternehmer, Meetings, Kundentermine, etc.). Aufgrund der freien Zeiteinteilung gewinnst du die Freiheit, dein Leben nach deinen Wünschen zu gestalten. Du musst keinen Geburtstag verpassen, weil du nicht frei bekommst. Du kannst zu der Uhrzeit aufstehen, zu der du dich fit und ausgeruht fühlst. Du kannst zum Zahnarzt, ohne dafür einen Tag Urlaub zu nehmen. Insgesamt ergeben sich dadurch jede Menge Vorteile und die Flexibilität ist herrlich!

Sein eigener Chef sein

Einigen Menschen fällt es schwer, sich unterzuordnen. Sie möchten keine Weisungen ausführen, sondern die Dinge so umsetzen, wie sie es für richtig halten. Wenn du selbstständig bist kannst du dich selbst verwirklichen und Projekte so angehen, wie du es für richtig hältst. Die Zeit wird zeigen, ob deine Herangehensweise und Ausführung die richtige war. Manche haben auch einfach schlechte Erfahrungen mit ihren Chefs gesammelt und wollen deshalb für keinen mehr arbeiten.

Hohes Einkommen

Natürlich wird nicht jeder reich, nur weil er sich selbstständig macht oder ein Unternehmen gründet. Dennoch ist es so, dass die (Super-) Reichen zum größten Teil Unternehmer sind. Als Angestellter ein sehr hohes Einkommen zu erzielen, wenn du nicht gerade Geschäftsführer oder Vorstand eines riesigen Unternehmens bist, ist recht schwer. Schau dir mal die Superreichen an, von Elon Musk bis Jeff Bezos sind alle Unternehmer. Angestellte wirst du da vermutlich kaum finden. Es gibt natürlich immer Ausnahmen. So ist es z.B. dennoch möglich, als angestellter Top-Verkäufer, der auf provisionsbasis arbeitet, sehr viel Geld zu verdienen.

Größerer Spielraum bei den Steuern

Unternehmer haben die Möglichkeit, vieles von der Steuer abzusetzen. Sei es der Firmenwagen, das Geschäftshandy oder das Geschäftsessen. Klar können auch Angestellte einiges absetzen, doch wenn du eine GmbH gründest, kommen da nochmal ganz andere Möglichkeiten dazu. Natürlich muss man genug Umsatz erwirtschaften, um überhaupt in die Lage zu kommen, etwas absetzen zu können.

Von zu Hause aus arbeiten

Als Freelancer kannst du zumeist von zu Hause aus arbeiten, etwas das viele vermutlich recht gerne machen würden, auch wenn es nicht jedem zusagt, Privates und Geschäftliches zu vermischen.

Man arbeitet für sich selbst

Natürlich ist es vollkommen in Ordnung für andere zu arbeiten, aber das Gefühl, dass man die Dinge für sich selbst umsetzt ist wirklich ein tolles. Du arbeitest an deinem eigenen Erfolg und an deinen Träumen, und nicht an denen eines anderen.

Nachteile der Selbstständigkeit

Was spricht dagegen sich selbstständig zu machen?

Hohes Maß an Eigendisziplin

Gerade weil du keinen Chef hast, ist es umso wichtiger, dass du diszipliniert an deiner Selbstständigkeit oder an deinem Unternehmen arbeitest. Du musst quasi selbst dein eigener Chef werden und dich selbst in die Pflicht nehmen. Vielen fällt es schwer, sich zu Hause nicht ablenken zu lassen, hier kann es Sinn machen, sich auch zu Beginn ein kleines Büro in der Nähe anzumieten, damit man dort in Ruhe ungestört arbeiten kann.

Wechselhaftes Einkommen

Als Selbstständiger oder Unternehmer wirst du gerade zu Beginn mal mehr und mal weniger verdienen. So springt dir vielleicht in dem einen Monat mal ein wichtiger Kunde ab, ein Kunde zahlt eine Rechnung nicht oder du akquirierst mal weniger Kunden als sonst üblich. Hier gilt es die Ruhe zu bewahren und sich in guten Zeiten Rücklagen aufzubauen. Mehrere Einkommensströme können dafür sorgen, dass du von einer einzigen Einkommensquelle nicht mehr so abhängig bist. Hier findest du die besten Geschäftsmodelle um online Geld zu verdienen.

Hoher Zeitaufwand

Vor allem zu Beginn musst du als Selbstständiger auf vieles verzichten, da du die Zeit in dein Business steckst. Wenn du ein gutes Umfeld hast, dann werden deine Freunde und die Familie Verständnis dafür haben, dass du dein Unternehmen voranbringen möchtest.

Existenzängste

Wenn es mal nicht so läuft wie erhofft, müssen Rechnungen und Co. dennoch bezahlt werden. Das kann ziemlich belastend sein, auch wenn man in Deutschland normalerweise im schlimmsten Fall durch das Sozialsystem aufgefangen wird. Wenn du außerdem noch Mitarbeiter beschäftigst, hast du auch für sie eine Verantwortung, womit leider nicht jeder umgehen kann.

Viel Verwaltungsaufwand

Auch wenn einen die Kleinunternehmer-Regelung und eine tolle Buchhaltungssoftware wie SevDesk* einiges an Arbeit abnimmt, muss man dennoch dafür sorgen, dass wichtige Belege ordnungsgemäß (digital) verwahrt werden und Steuern bezahlt werden. Man muss sich um die Krankenversicherung kümmern und als Selbstständiger musst du für deine Rente selbst vorsorgen.

Selbst und ständig

Das Wort Selbstständig setzt sich bekanntlich aus den Wörtern selbst und ständig zusammen, und das vollkommen zurecht! Denn gerade zu Beginn fällt es einem schwer auch mal abzuschalten, auch wenn das zwingend notwendig ist, um wieder Energie und Kreativität zu tanken. Mit der Zeit gilt es einen gesunden Mix aus Arbeit und Freizeit zu finden.

Typische Phasen, die ein Selbstständiger zu Beginn durchläuft:

Die ersten 3-6 Monate

Umstieg vom Angestellten zum eigenen Chef

Zu Beginn muss man sich erstmal ein wenig zurechtfinden. Schließlich gibt es nun keine Vorschriften mehr des Chefs, sondern man muss selbst die nötige Disziplin entwickeln.

Die ersten 3-6 Monate
Das erste Jahr

Zurechtkommen mit dem Verwaltungsaufwand

Als Selbstständiger gibt es buchhaltungstechnisch einiges zu beachten. Rechnungen müssen (digital) abgeheftet werden, Rechnungen ordnungsgemäß verschickt werden und je nach Rechtsform muss regelmäßig die Umsatzsteuer abgeführt werden. Man muss sich um die eigenen Versicherungen (Berufshaftplicht, Krankenversicherung) und um seine Rente selbst kümmern. Alles Dinge, die einen im Angestellten-Verhältnis abgenommen werden. Ein Steuerberater und ein paar nützliche Softwares für Selbstständige nehmen einen aber einiges an Arbeit ab.

Das erste Jahr
Die Jahre 2-4

Alltag kehrt ein

Langsam gewöhnt man sich an die Abläufe und die Selbstständigkeit ist quasi zur Normalität geworden. Dennoch kann das Einkommen weiterhin schwanken und man arbeitet meistens deutlich länger als im Angestellten-Verhältnis.

Die Jahre 2-4
ab dem 4. Jahr

Übern Berg?

Normalerweise sagt man, dass wenn man nach 4-5 Jahren noch am Markt ist, man sehr gute Chancen hat, weiterhin zu überleben. In der Regel stellt man dann bereits Mitarbeiter ein, wenn das nicht schon vorher Geschehen ist.

ab dem 4. Jahr

Bevor man startet stellt man sich häufig die Frage, ob man eine freiberufliche Tätigkeit ausübt, oder ob man gewerblich tätig wird. Dieser Frage geht dieses Video auf den Grund: